Mitarbeiterseite Arbeitsrechtliche Kommission
Deutscher Caritasverband

Eine Angleichung an die Tarifsteigerungen des öffentlichen Dienstes, die im Westen bei der Caritas bereits im Juni vergangenen Jahres umgesetzt wurde, gelang im Osten allerdings erneut lediglich mit großen zeitichen Verzögerungen. Die erste Vergütungserhöhung, die im West-Gebiet am 01.06.2016 für die Beschäftigten kam, erhalten die KollegInnen im Osten um 7 Monate später, am 01.01.2017. Die Einführung einer neuen Entgeltordnung für die Pflegeberufe erfolgt im Osten zum 01.09.2017 zusammen mit der zweiten Stufe der Entgelterhöhung. Die zweite Stufe der Entgelterhöhung um 2,35 Prozent (im Westen am 01.01.2017) kommt bei den Beschäftigten im Osten 8 Monate später, am 01.09.2017 an.

Eine weitere, kleine Ost-West-Angleichung konnte die Mitarbeiterseite mit einer vereinbarten Tariferhöhung von zusätzlich 1 Prozent ab dem 1. Januar 2018 erreichen.

Die finanzielle Benachteiligung der Beschäftigten in den unteren Lohngruppen im Osten aus den zurückliegenden Tarifrunden konnte die Mitarbeiterseite aber lediglich nur in einem ersten, kleinen Schritt korrigieren.

Für die Beschäftigten des Ärztlichen Dienstes wurde zum 01.03.2017 eine zeitlich verzögerte, ansonsten aber inhaltsgleiche Übernahme des letzten Tarifabschlusses des Marburger Bundes beschlossen.

6000 Unterschriften gesammelt: Mitarbeitervertreter hatten zur Aktion "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit" aufgerufen

Foto: ak.mas

Seit Jahren entsprechen die Verhandlungsergebnisse der Regionalkommission Ost nicht den Abschlüssen der Bundeskommission. Die Gehälter in der Region Ost liegen bis zu 13 Prozent unter denen im Westen. Deshalb fordern Beschäftigte im Osten, dass sie den gleichen Lohn erhalten, wie ihre West-KollegInnen.

Bericht im MDR-Radio

Radio-Beitrag des MDR Aktuell über Tarif-Verhandlungen in der Regionakommission Ost.

Hintergrund

In der Region Ost erhalten die Caritas-Beschäftigten teilweise lediglich 89 Prozent der Gehälter, die die Beschäftigten im Westen für die gleiche Arbeit bekommen. Die RK Ost bemängelt, dass dies für einen bei der Wiedervereinigung geborenen Caritas-Beschäftigten in der Region Ost würde bedeute, dass er ein entsprechendes Westgehalt erst bei seinem Renteneintritt erreichen würde. Dies gelte insbesondere für die Beschäftigten die in den unteren Einkommensgruppen bei gleichbleibenden Anpassungsschritten in den nächsten Jahrzehnten vergütet werden.

Nach 26 Jahren nach Wiedervereinigung sei es skandalös, dass die Arbeitsbedingungen im Osten nicht an die im Westen angeglichen seien. Besonders benachteiligt seien die sogenannten unteren Lohngruppen, zumal diese bei der vorletzten Tariferhöhung ausgeschlossen wurden. Eine Regelarbeitszeit im Osten von 40 Stunden in der Woche (39 Stunden West) bedeutet eine zusätzliche Lohnabsenkung um 2,5 Prozent. Das Weihnachtsgeld im Osten beträgt bei der Caritas lediglich 57,5 Prozent des Septemberentgeltes.

Bis zum Jahr 2009 glichen sich die Tarifgebiete bis auf ca. 95 Prozent an. Seit sechs Jahren ist diese Entwicklung im Osten wieder gegenläufig.

26 Jahre nach der "Einheit"