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Deutscher Caritasverband

In der neuen Entgeltgruppe (EG) P 8 ist in der Fallgruppe 2 der Praxisanleiter eingruppiert:

Voraussetzung für die Eingruppierung ist zum einen die Qualifikation „Praxisanleiter in der Pflege mit berufspädagogischer Zusatzqualifikation nach bundesrechtlicher Regelung“. Das bedeutet:

  • eine zweijährige pflegerische Berufserfahrung sowie
  • im Krankenhaus: eine berufspädagogische Zusatzqualifikation von 200 Stunden (KrP APrV)
  • in der Altenpflege: »in der Regel« der Nachweis durch eine berufspädagogische Fortbildung oder Weiterbildung (AltP APrV)

Zum anderen muss die „entsprechende Tätigkeit“ vorliegen. Beide Voraussetzungen müssen erfüllt sein. Die Tätigkeit als Praxisanleiter nach EG P 8 Fallgruppe 2 muss zu mindestens 50% ausgeübt werden.

Es könnte sein, dass sich die Rechtsprechung hier künftig weiter entwickelt und die Übertragung der Praxisanleitung unabhängig von dem prozentualen Anteil der Tätigkeit an der Gesamttätigkeit des Mitarbeiters als einen Arbeitsvorgang definiert. Dann wäre stets die EG P 8 einschlägig.

Komplette Arbeitsvorgänge sind maßgeblich

Nach derzeitiger Rechtslage liegt eine „entsprechende Tätigkeit“ vor, wenn die Mitarbeiterin/der Mitarbeiter überwiegend (also mit mindestens 50 % seiner Gesamttätigkeit) mit der Tätigkeit befasst ist. Dabei ist nicht die Einzeltätigkeit (z.B. Fahren eines PKW, Dokumentation, Gespräche mit Angehörigen und einzelne Pflegeleistungen etc.) entscheidend. Vielmehr ist der komplette Arbeitsvorgang, sind die kompletten Arbeitsvorgänge (Fahren mit dem PKW zur Aufnahme der Pflegeleistung, Dokumentation der Pflegeleistung für die Abrechnung, Gespräche mit Angehörigen zur Planung und konkreten Durchführung einer Pflegeleistung) maßgeblich.

Im Einzelfall ist also zu prüfen, ob ein Gesamt-Arbeitsvorgang Praxisanleitung vorliegt, der mindestens 50 % der Gesamttätigkeit des Mitarbeiters ausmacht. 

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