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Deutscher Caritasverband

Dem Aufbau der Tätigkeitsmerkmale für Leitungskräfte in der Pflege wird folgende regelmäßige Organisationsstruktur zu Grunde gelegt:

  1. Die Gruppen- bzw. Teamleitung stellt die unterste Leitungsebene dar. Einer Gruppen- bzw. einer Teamleitung sind in der Regel nicht mehr als neun Mitarbeiter unterstellt.

  2. Die Station ist die kleinste organisatorische Einheit. Einer Stationsleitung sind in der Regel nicht mehr als zwölf Mitarbeiter unterstellt.

  3. Ein Bereich bzw. eine Abteilung umfasst in der Regel mehrere Stationen. Einer Bereichs- bzw. Abteilungsleitung sind in der Regel nicht mehr als 48 Mitarbeiter unterstellt.

Dabei zählen Teilzeitbeschäftigte entsprechend dem Verhält- nis der mit ihnen im Arbeitsvertrag vereinbarten Arbeitszeit zur regelmäßigen Arbeitszeit einer/eines Vollzeitbeschäftigten. Sie werden also nicht pro Kopf sondern anteilig mitgezählt.

Dieser Aufbau in den EG P 9 bis P 16 basiert auf den drei typischen Hierarchieebenen unterhalb der Pflegedienstleitung, denen jeweils eine bestimmte Anzahl unterstellter Mitarbeiter zugeordnet wurde. Eine abweichende Bezeichnung für vergleichbare organisatorische Einheiten ist dabei unschädlich (Vorbemerkung Nr. 2).

Die jeweiligen Angaben für die Zahl der unterstellten Mitarbeiter gelten nur „in der Regel“. Daher sind Unter- oder Überschreitungen im Einzelfall möglich, ohne dass sich daraus eine andere Eingruppierung ergibt. Damit soll eine Anpassung an die unterschiedlichen Organisationsstrukturen in den Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen ermöglicht werden. Es handelt sich also um keine absoluten Größen.

 

Unterstellte Mitarbeiter und Maß von Verantwortlichkeit

Entsprechend dem bisherigen Recht müssen die unterstellten Mitarbeiter nur fachlich unterstellt sein. Nicht erforderlich ist es, dass sie auch disziplinarisch unterstellt sind (Satz 2 der Vorbemerkung Nr. 1).


Im Gegensatz zum bisherigen Recht ist es nun unerheblich, ob es sich bei den unterstellten Mitarbeitern um Pflegekräfte handelt. Auch fachlich unterstellte Mitarbeiter in anderen Gesundheitsberufen und in sonstigen Berufen wie z.B. im Wirtschaftsdienst oder im Verwaltungsdienst sind also zu berücksichtigen.


Innerhalb der jeweiligen Größenklasse der organisatorischen Einheiten wird zwischen dem normalen und einem höheren Maß von Verantwortlichkeit differenziert. Das macht den Unterschied aus zwischen z.B. der Eingruppierung in die P 10 Fallgruppe 1 und der in die P 11 Fallgruppe 1. Ein höheres Maß von Verantwortlichkeit kann sich dabei insbesondere aus den fachlichen Anforderungen ergeben. Beispiel: Die Leitung einer Intensivstation ist bei gleicher Anzahl unterstellter Mitarbeiter mit einer höheren Verantwortung verbunden als die Leitung einer allgemeinchirurgischen Station. Das höhere Maß von Verantwortlichkeit kann sich aber auch aus zusätzlichen Aufgaben ergeben. Beispiel: Aufgaben in der Weiterbildung. 

     

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