Mitarbeiterseite Arbeitsrechtliche Kommission
Deutscher Caritasverband

Osnabrück. Auf eine Lohnerhöhung für die Ärztinnen und Ärzte in den katholischen Krankenhäusern in Niedersachsen und Bremen einigten sich am 26. Januar die Mitarbeiterseite und die Arbeitgeberseite der Regionalkommission Nord in einer zweiten Verhandlungsrunde. Orientiert am Tarifabschluss des Marburger Bundes mit den kommunalen Krankenhäusern erhalten die Ärzte demnach rückwirkend zum 1. Januar 2017 2,3 Prozent mehr Lohn. Um weitere 2,0 Prozent erhöhen sich die Gehälter zum 1. August 2017 und um weitere 0,7 Prozent zum 1. April 2018. Analog dazu steigen im selben Umfang die Stundenentgelte des Bereitschaftsdienstes und der Rufbereitschaft.

In der ersten Verhandlungsrunde am 15. Dezember 2016 wollte die Caritas-Dienstgeberseite einer Tariferhöhung erst zum 1. Mai 2017 zustimmen, obwohl die Ärzte an den kommunalen Krankenhäusern bereits rückwirkend seit dem 1. September 2016 2,3 Prozent mehr Gehalt bekommen. Auch die Caritas-Dienstgeber in den Regionen Baden-Württemberg, Mitte und Nordrhein-Westfalen hatten diese Anpassung zum 1. September 2016 übernommen. Dass die bei der Caritas angestellten Ärztinnen und Ärzte acht Monate auf die Anpassung ihrer Gehälter warten, wollte die Mitarbeiterseite nicht hinnehmen. Daher konnte im Dezember keine Einigung erzielt werden. Durch die jetzt dennoch verzögerte Übernahme müssen die betroffenen Caritas-Ärzte für die Monate September bis Dezember 2016 nun auf Gesamtbeträge zwischen 400 und 800 Euro verzichten.

Oliver Hölters, Sprecher der Regionalkommission Nord, kritisiert die mangelnde Bereitschaft der Dienstgeberseite an der Veränderung der finanziellen Rahmenbedingungen zu arbeiten: „Erneut gab es auf Dienstgeberseite keine Bereitschaft, eine wertgleiche Übernahme des Tarifabschlusses des Marburger Bundes zu beschließen. Immer wieder trägt die Dienstgeberseite die nicht ausreichende Refinanzierung auf dem Rücken der Beschäftigten aus.“

„Wieder einmal werden Ärzte an katholischen Krankenhäusern schlechter gestellt als ihre Kollegen an kommunalen Häusern. Auch kirchliche Arbeitgeber brauchen attraktive Arbeitsbedingungen und dazu gehört marktgerechte Vergütung“, sagt Dr. Gerd Kappelmann, Marburger Bund-Mitglied der Regionalkommission Nord.

Seit dem 01.01.2017 ist die Regionalkommission Nord neu besetzt. Erstmals können sich die Gewerkschaften mit einem eigenen Vertreter am Dritten Weg der katholischen Kirche beteiligen. Der Marburger Bund Niedersachsen entsandte Dr. Gerd Kappelmann, der an der Tarifrunde für die Ärzte mitwirkte. Hintergrund ist die Änderung der Ordnung der Arbeitsrechtlichen Kommission zur Einbindung der Gewerkschaften. In einer Unterschriftenaktion des Marburger Bundes hatten über 600 betroffene Ärzte die Übernahme des Marburger Bund-Tarifabschlusses eingefordert.

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