Mitarbeiterseite Arbeitsrechtliche Kommission
Deutscher Caritasverband

Über 600.000 Beschäftigte der zur Caritas gehörenden Einrichtungen und Dienste werden eine zusätzliche, arbeitgeberfinanzierte Corona-Einmalzahlung erhalten. Das haben am Donnerstagabend die Dienstgeber- und die Mitarbeiterseite der Bundeskommission der Caritas beschlossen. In der laufenden Tarifrunde ist es in derselben Sitzung dagegen zu keinem Ergebnis gekommen.

Die beschlossene Corona-Einmalzahlung wird an die Caritas-Beschäftigten entsprechend der Regelung im Öffentlichen Dienst ausbezahlt:

Bezieherinnen und Bezieher unterer Einkommen erhalten 600 Euro, mittlerer Einkommen 400 Euro und höherer Einkommen 300 Euro. Auszubildende, Schüler und Praktikanten erhalten 225 Euro. Ärztinnen/Ärzte sowie Lehrer/innen sind von der Auszahlung wie auch im Öffentlichen Dienst ausgenommen.

Eine Einigung auf eine Corona-Einmalzahlung in der Caritas schien zwischenzeitlich fraglich:

Die Caritas Dienstgeberseite hatte die Prämie zunächst von der Annahme ihrer Forderungen in der laufenden Tarifrunde abhängig gemacht. In der gestrigen Sitzung der Bundeskommission erhielt der Antrag der Caritas Mitarbeiterseite nach stundenlangen Verhandlungen schließlich doch die notwendige Mehrheit.

Thomas Rühl, Sprecher der Caritas Mitarbeiterseite:

„Wir sind sehr froh, dass die Corona-Prämie für die Caritas endlich kommt. Das ist ein gutes Zeichen der Anerkennung geleisteter Arbeit unter schwierigen Bedingungen."

Die gestaffelte Höhe der Corona-Einmalzahlung

Beschäftgite nach Anlagen 31 - 33Beschäftigte nach Anlagen 2, 2d, 2e, 22, 23Einmalzahlung*
P4 bis P8
oder S2 bis S8b
VG 12 bis VG 5c 600 Euro
EG 9b bis EG 12
oder P9 bis P16
oder S9 bis S18
VG 5b bis VG 3400 Euro
EG 13 bis EG 15VG 2 bis VG 1300 Euro

 

* bei einer Vollzeitstelle; bei Teilzeitstellen entspricht die EInmalzahlung dem Stellenanteil. Entscheidend für die Höhe der Einmalzahlung ist der Stellenumfang am Stichtag 1. Dezember 2020.

Auszubildende, Schüler/innen und Praktikanten nach Anlage 7 erhalten 225 Euro.

Die Mitarbeiter/innen erhalten die Corona-Einmalzahlung spätestens mit der Vergütung des Monats Juni 2021 ausgezahlt.

Dafür gibt es zwei Voraussetzungen:

  • wenn ihr Dienstverhältnis am 1. Dezember 2020 bestand und
  • wenn an mindestens einem Tag zwischen dem 1. März 2020 und dem 31. Dezember 2020 Anspruch auf Dienstbezüge bzw. Ausbildungsentgelt/-hilfe/-vergütung bestanden hat.

Der Gesetzgeber hat Corona-Einmalzahlungen bzw. Prämien bis zu 1.500 Euro steuer- und abgabenfrei gestellt. Da es verschiedene Quellen der Prämien gibt (Pflegeprämie Bund und Länder, freiwillige Prämien von Arbeitgebern), kann mit der Auszahlung der Corona-Einmalzahlung der Caritas bei manchen Beschäftigten diese Grenze von 1.500 Euro überschritten werden. Auf alle Beträge über dieser Grenze müssen Steuern und Abgaben gezahlt werden.

 



24.11.2020

Keine Corona-Prämie bei der Caritas

Am heutigen Dienstag haben die Dienstgeber- und die Mitarbeiterseite der Caritas in einer Sondersitzung der Bundeskommission über eine Auszahlung einer Corona-Prämie noch in diesem Jahr verhandelt. Ein Beschluss ist dabei nicht zustande gekommen.

Die Mitarbeiterseite der Caritas hatte eine Einmalzahlung beantragt, die sich an dem Corona-Tarifvertrag des Öffentlichen Dienstes orientiert.

Die Dienstgeberseite wollte die Einmalzahlung mit wesentlichen Eingriffen in die Urlaubsregelungen verbinden. Sie hätten dauerhaft Verschlechterungen insbesondere für langzeit erkrankte Beschäftigten mit sich gebracht. Diese Verknüpfung hat die Mitarbeiterseite entschieden zurückgewiesen.

Rolf Cleophas, Pressesprecher der Caritas Mitarbeiterseite:

„Während tausende von Beschäftigten in den Caritas-Kliniken und Pflegeeinrichtungen im Kampf gegen die Auswirkungen der Corona-Pandemie unter zum Teil lebensgefährlichen Bedingungen ihren Dienst tun, hat die Caritas Dienstgeberseite kaltschnäuzig versucht, die Gelegenheit zu nutzen, sich die Corona-Prämie gegen Verschlechterungen im Urlaubsrecht abkaufen zu lassen. Die rund 650.000 Beschäftigten der Caritas haben lange auf eine Corona-Prämie als Zeichen der Wertschätzung gewartet. Umso größer ist jetzt die Enttäuschung."

Im Vorfeld der heutigen Sondersitzung der Bundeskommission hatte die Caritasdirektorin der Erzdiözese Berlin, Prof. Dr. Ulrike Kostka, mit einem Brandbrief an die verbandliche Caritas massiv auf die Entscheidung Einfluss genommen, in dem sie vor den finanziellen Belastungen durch eine Corona-Prämie warnte.

Rolf Cleophas:

„Eine Corona-Einmalzahlung als Anerkennung für die besonderen Belastungen hätte der Caritas als kirchlichem Arbeitgeber sicher gut gestanden. Nun sind die Einrichtungen und Dienste der Caritas in ihrem Ansehen nachhaltig beschädigt.“