Mitarbeiterseite Arbeitsrechtliche Kommission
Deutscher Caritasverband

Die Verhandlungen in der Ärzte-Tarifrunde sind am 17. Juni in Frankfurt am Main fortgesetzt worden. Dabei hat sich die Dienstgeberseite zum ersten Mal zu den Forderungen der ak.mas und zur Tarifeinigung im Öffentlichen Dienst (Marburger Bund / VKA) positioniert.

Bei dem Treffen wurde deutlich, dass die Dienstgeber- und die Mitarbeiterseite in wesentlichen Punkten noch weit auseinander liegen.

Die Mitarbeiterseite der Arbeitsrechtlichen Kommission (ak.mas) des Deutschen Caritasverbandes will weiterhin eine spürbare Verringerung der Arbeitsbelastung durchsetzen. Im Zentrum der Forderungen der Mitarbeiterseite stehen daher:

  • die Begrenzung von Bereitschaftsdiensten
  • mehr Erholungszeiten
  • eine manipulationsfreie Erfassung der Arbeitszeit

 

Die Verhandlungen müssen daher weitergeführt werden! Eine Gelegenheit wäre die Sitzung der Bundeskommission am 4. Juli in Frankfurt am Main. Ob es gelingt, bis dahin eine Einigung vorzubereiten, ist völlig offen…

Großen Einfluss auf den weiteren Verlauf könnte die erzielte Einigung im Tarifstreit zwischen dem Marburger Bund und der Vereinigung der Kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) haben:

Für die 50.000 Ärztinnen und Ärzte an kommunalen Krankenhäusern gelten künftig neue Regeln für die Zeiterfassung und die Dienstplangestaltung sowie für die Anordnung von Bereitschaftsdiensten. Zudem werden die Gehälter und die Entgelte für Bereitschaftsdienst bis September 2021 in drei Stufen um 6,5 Prozent steigen.

Thomas Rühl, Sprecher der Mitarbeiterseite:

„Das Ziel ist, die Arbeitsbelastung spürbar zu verringern und Arbeitszeiten wie auch Erholungszeiten für die Ärztinnen und Ärzte planbar und verlässlich zu regeln. Jetzt liegt es an der Dienstgeberseite, mit uns die Verhandlungen konstruktiv abzuschließen!“

Die Forderungen der ak.mas im Einzelnen

  • Bereitschaftsdienst kann nur angeordnet werden, wenn die Arbeitszeit objektiv, d.h. automatisiert, manipulationsfrei und durch vom Marburger Bund lizensierten Systemen ermittelt wird, die gesamte Anwesenheitszeit als Arbeitszeit gewertet wird und Pausenzeiten tatsächlich genommen werden konnten.
  • Bereitschaftsdienst ist nur zulässig, wenn innerhalb eines Kalendermonats zwei Wochenenden arbeitsfrei sind.
  • Bereitschaftsdienst kann nur angeordnet werden, wenn an den 11 vorangegangenen Arbeitstagen die regelmäßige Arbeitszeit von je 10 Stunden nicht überschritten wurde.
  • Die Anordnung von Bereitschaftsdienst ist nur zulässig, wenn die endgültige Dienstplanung 6 Wochen zuvor bekanntgegeben wurde.
  • Innerhalb eines Kalendervierteljahres ist Bereitschaftsdienst durchschnittlich nur viermal monatlich, maximal sechsmal monatlich und in einer einzelnen Kalenderwoche maximal zweimal zulässig.
  • Nach einem Bereitschaftsdienst, der sich an einen maximal acht Stunden dauernden Arbeitsabschnitt im Rahmen der regelmäßigen Arbeitszeit anschließt, kann keine weitere regelmäßige Arbeitszeit geleistet werden.
  • Die Ärztinnen und Ärzte erhalten für den Bereitschaftsdienst einen Zuschlag von 50 Prozent auf die Stundenentgelte. Diese Zuschläge können nicht in Freizeit abgegolten werden.
  • Die Vergütungen der Ärztinnen und Ärzte in der Caritas sollen um 5 Prozent steigen

Der Ablauf

17.06.2019 --- zweite Verhandlungsrunde

17.04.2019 --- erste Verhandlungsrunde

07.03.2019 --- ak.mas veröffentlicht Forderungen zur Ärzte Tarifrunde