Mitarbeiterseite Arbeitsrechtliche Kommission
Deutscher Caritasverband

Am 17. Juni werden in Frankfurt am Main die Verhandlungen um einen Tarifabschluss für die 30.000 Ärztinnen und Ärzte in den zur Caritas gehörenden Krankenhäusern und weiteren Einrichtungen fortgeführt.

Die Mitarbeiterseite der Arbeitsrechtlichen Kommission (ak.mas) des Deutschen Caritasverbandes will weiterhin eine spürbare Verringerung der Arbeitsbelastung durchsetzen. Im Zentrum der Forderungen der Mitarbeiterseite stehen daher:

  • die Begrenzung von Bereitschaftsdiensten
  • mehr Erholungszeiten
  • eine manipulationsfreie Erfassung der Arbeitszeit

 

Die Verhandlungsgruppe aus Vertretern der Dienstgeber- und der Mitarbeiterseite kommt am 17. Juni zum zweiten Mal zusammen.

Großen Einfluss auf den weiteren Verlauf könnte die erzielte Einigung im Tarifstreit zwischen dem Marburger Bund und der Vereinigung der Kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) haben:

Für die 50.000 Ärztinnen und Ärzte an kommunalen Krankenhäusern gelten künftig neue Regeln für die Zeiterfassung und die Dienstplangestaltung sowie für die Anordnung von Bereitschaftsdiensten. Zudem werden die Gehälter und die Entgelte für Bereitschaftsdienst bis September 2021 in drei Stufen um 6,5 Prozent steigen.

Thomas Rühl, Sprecher der Mitarbeiterseite:

„Das Ziel ist, die Arbeitsbelastung spürbar zu verringern und Arbeitszeiten wie auch Erholungszeiten für die Ärztinnen und Ärzte planbar und verlässlich zu regeln. Jetzt liegt es an der Dienstgeberseite, mit uns die Verhandlungen konstruktiv abzuschließen!“

Die Forderungen der ak.mas im Einzelnen

  • Bereitschaftsdienst kann nur angeordnet werden, wenn die Arbeitszeit objektiv, d.h. automatisiert, manipulationsfrei und durch vom Marburger Bund lizensierten Systemen ermittelt wird, die gesamte Anwesenheitszeit als Arbeitszeit gewertet wird und Pausenzeiten tatsächlich genommen werden konnten.
  • Bereitschaftsdienst ist nur zulässig, wenn innerhalb eines Kalendermonats zwei Wochenenden arbeitsfrei sind.
  • Bereitschaftsdienst kann nur angeordnet werden, wenn an den 11 vorangegangenen Arbeitstagen die regelmäßige Arbeitszeit von je 10 Stunden nicht überschritten wurde.
  • Die Anordnung von Bereitschaftsdienst ist nur zulässig, wenn die endgültige Dienstplanung 6 Wochen zuvor bekanntgegeben wurde.
  • Innerhalb eines Kalendervierteljahres ist Bereitschaftsdienst durchschnittlich nur viermal monatlich, maximal sechsmal monatlich und in einer einzelnen Kalenderwoche maximal zweimal zulässig.
  • Nach einem Bereitschaftsdienst, der sich an einen maximal acht Stunden dauernden Arbeitsabschnitt im Rahmen der regelmäßigen Arbeitszeit anschließt, kann keine weitere regelmäßige Arbeitszeit geleistet werden.
  • Die Ärztinnen und Ärzte erhalten für den Bereitschaftsdienst einen Zuschlag von 50 Prozent auf die Stundenentgelte. Diese Zuschläge können nicht in Freizeit abgegolten werden.
  • Die Vergütungen der Ärztinnen und Ärzte in der Caritas sollen um 5 Prozent steigen

Aktueller Stand

17.04.2019 --- Am Mittwoch haben in Frankfurt die Dienstgeber- und Mitarbeiterseite Verhandlungen in der Tarifrunde für die über 30.000 Caritas-Ärzte aufgenommen. Die Mitarbeiterseite hat ihre Forderungen zur Reduzierung der Arbeitsbelastung, insbesondere der Bereitschaftsdienste vorgelegt. Zu Ergebnissen kam es bei diesem ersten Treffen noch nicht. Großen Einfluss dürfte die Entwicklung des Tarifstreits zwischen dem Marburger Bund und den kommunalen Arbeitgebern haben. Die Verhandlungen werden am 17. Juni fortgeführt.