Mitarbeiterseite Arbeitsrechtliche Kommission
Deutscher Caritasverband

Ohne Ergebnis endeten die Verhandlungen zur Ärzte-Tarifrunde zwischen Dienstnehmer- und Dienstgeberseite im Vorfeld der Sitzung der Bundeskommission vom 4. Juli.

Insbesondere bei der Begrenzung und den Voraussetzungen zur Anordnung von Bereitschaftsdiensten, aber auch bei der verlässlichen Planung von Erholungszeiten und der Erfassung der Arbeitszeit ist man noch weit von einer Einigung entfernt.

Die Mitarbeiterseite besteht weiter auf der 1:1-Übernahme des zwischen Marburger Bund und der Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände (VKA) ausgehandelten Tarifkompromisses.

Damit geht die Tarifrunde für die 30.000 Caritas-Ärztinnen und Ärzte weiter!

Die Zeit bis zum 10. Oktober – dann findet die nächste Sitzung der Bundeskommission mit einer möglichen Beschlussfassung statt – soll für weitere Verhandlungen genutzt werden. Der nächste Termin ist für den 27. August geplant.

Die Mitarbeiterseite der Arbeitsrechtlichen Kommission (ak.mas) des Deutschen Caritasverbandes will weiterhin eine spürbare Verringerung der Arbeitsbelastung durchsetzen. Im Zentrum der Forderungen der Mitarbeiterseite stehen daher:

  • die Begrenzung von Bereitschaftsdiensten
  • mehr Erholungszeiten
  • eine manipulationsfreie Erfassung der Arbeitszeit

 

Die Einigung im Öffentlichen Dienst:

Für die 50.000 Ärztinnen und Ärzte an kommunalen Krankenhäusern gelten künftig neue Regeln für die Zeiterfassung und die Dienstplangestaltung sowie für die Anordnung von Bereitschaftsdiensten. Zudem werden die Gehälter und die Entgelte für Bereitschaftsdienst bis September 2021 in drei Stufen um 6,5 Prozent steigen.

Thomas Rühl, Sprecher der Mitarbeiterseite:

„Das Ziel ist, die Arbeitsbelastung spürbar zu verringern und Arbeitszeiten wie auch Erholungszeiten für die Ärztinnen und Ärzte planbar und verlässlich zu regeln. Jetzt liegt es an der Dienstgeberseite, mit uns die Verhandlungen konstruktiv abzuschließen!“

Die Forderungen der ak.mas im Einzelnen

  • Bereitschaftsdienst kann nur angeordnet werden, wenn die Arbeitszeit objektiv, d.h. automatisiert, manipulationsfrei und durch vom Marburger Bund lizensierten Systemen ermittelt wird, die gesamte Anwesenheitszeit als Arbeitszeit gewertet wird und Pausenzeiten tatsächlich genommen werden konnten.
  • Bereitschaftsdienst ist nur zulässig, wenn innerhalb eines Kalendermonats zwei Wochenenden arbeitsfrei sind.
  • Bereitschaftsdienst kann nur angeordnet werden, wenn an den 11 vorangegangenen Arbeitstagen die regelmäßige Arbeitszeit von je 10 Stunden nicht überschritten wurde.
  • Die Anordnung von Bereitschaftsdienst ist nur zulässig, wenn die endgültige Dienstplanung 6 Wochen zuvor bekanntgegeben wurde.
  • Innerhalb eines Kalendervierteljahres ist Bereitschaftsdienst durchschnittlich nur viermal monatlich, maximal sechsmal monatlich und in einer einzelnen Kalenderwoche maximal zweimal zulässig.
  • Nach einem Bereitschaftsdienst, der sich an einen maximal acht Stunden dauernden Arbeitsabschnitt im Rahmen der regelmäßigen Arbeitszeit anschließt, kann keine weitere regelmäßige Arbeitszeit geleistet werden.
  • Die Ärztinnen und Ärzte erhalten für den Bereitschaftsdienst einen Zuschlag von 50 Prozent auf die Stundenentgelte. Diese Zuschläge können nicht in Freizeit abgegolten werden.
  • Die Vergütungen der Ärztinnen und Ärzte in der Caritas sollen um 5 Prozent steigen

Der Ablauf

27.08.2019 --- dritte Verhandlungsrunde

04.07.2019 --- Verhandlungen im Vorfeld der Sitzung der Bundeskommission

17.06.2019 --- zweite Verhandlungsrunde

17.04.2019 --- erste Verhandlungsrunde

07.03.2019 --- ak.mas veröffentlicht Forderungen zur Ärzte Tarifrunde