Mitarbeiterseite Arbeitsrechtliche Kommission
Deutscher Caritasverband

08.10.2020

„Dienstgeber müssen jetzt Angebot vorlegen!“

Am Donnerstag hat die Caritas Mitarbeiterseite ihre Tarifforderungen in die Bundeskommission eingebracht. Eine Verhandlungsgruppe aus Dienstgeber- und Mitarbeiterseite soll am 16. Oktober die Arbeit aufnehmen.

Die Dienstgeberseite ist in der Sitzung der Bundeskommission inhaltlich auf keinen Punkt der Tarifforderungen der Mitarbeiterseite eingegangen und hat auch kein eigenes Angebot vorgelegt. Die Verhandlungen werden nun in einer kleinen Verhandlungsgruppe geführt. Erster Verhandlungstermin ist Freitag, der 16. Oktober.

Thomas Rühl, Verhandlungsführer und Sprecher der Caritas Mitarbeiterseite:

„Unsere Forderungen sind auch angesichts der besonderen Belastungen der Beschäftigten durch die Coronapandemie angemessen. Jetzt müssen die Dienstgeber ein Angebot vorlegen. Dann können wir im Interesse der Caritas und der Beschäftigten schnell zu einem Abschluss kommen.“

 


10.09.2020

Schulterschluss von Caritas Mitarbeiterseite und ver.di

Die Mitarbeiterseite der Arbeitsrechtlichen Kommission des Deutschen Caritasverbandes (Caritas ak.mas) schließt sich den Forderungen von ver.di in der laufenden Tarifrunde 2020 an. Das hat die Mitgliederversammlung am Donnerstag, den 10. September, in einer Videokonferenz beschlossen.

Die Mitarbeiterseite der Caritas wird am Donnerstag kommender Woche entsprechende Verhandlungen mit der Dienstgeberseite der Caritas aufnehmen.

Rolf Cleophas, Pressesprecher der Caritas ak.mas:

„Die Caritas hat mit 650.000 Beschäftigten ein großes Gewicht im Gesundheits- und Sozialwesen. Dieses legen wir gemeinsam mit unseren Kolleginnen und Kollegen des Öffentlichen Dienstes in die Waagschale und fordern, die Arbeit, die unsere Gesellschaft zusammenhält, spürbar aufzuwerten.“

Soziale Berufe sind von der Gehaltsentwicklung in anderen Wirtschaftsbereichen abgekoppelt. Die Gehälter sind gemessen an der Bedeutung der Arbeit für unsere Gesellschaft nicht leistungsgerecht. Ebenso herrscht nach wie vor ein großer Personalmangel – nicht nur in der Pflege: Es gibt zu wenig Nachwuchs und allzu oft verlassen Beschäftigte in sozialen und Gesundheitsberufen nach wenigen Jahren ihren Beruf.

Rolf Cleophas:

„Die Erfahrungen aus der Corona-Zeit haben uns vor Augen geführt, wie wichtig und unersetzlich die Arbeit am Menschen ist. Wir werden nicht lockerlassen, bis das alte Versprechen, soziale Berufe aufzuwerten, endlich eingelöst ist. Die Tarifforderung von ver.di und der Caritas Mitarbeiterseite sind hier ein erster wichtiger Schritt."

 


Die Forderungen im Einzelnen

  1. Erhöhung der Tabellenentgelte um 4,8 Prozent, mindestens aber um 150 Euro monatlich
  2. Anhebung der Vergütung von Pflegehilfskräften auf das Niveau des TVöD
  3. Erhöhung der Entgelte der Auszubildenden, Studierenden und Praktikant/innen um 100 Euro monatlich
  4. Laufzeit zwölf Monate
  5. Tarifierung der Ausbildungsbedingungen der Studierenden in den bislang nicht tariflich geregelten praxisintegrierten dualen Studiengängen
  6. Angleichung der wöchentlichen Arbeitszeit zwischen Ost und West
  7. Entlastung der Beschäftigten insbesondere durch zusätzliche freie Tage
  8. Verlängerung und Verbesserung der Regelungen zur Altersteilzeitarbeit
  9. Anrechnung von Pausen als Arbeitszeit bei Wechselschicht und Zuschlag bei Samstagsarbeit
  10. Für alle Auszubildenden, Studierenden und Praktikant/innen: Regelung zur Übernahme der Auszubildenden und Übernahme der Fahrtkosten in Höhe des monatlichen ÖPNV-Tickets

Die Forderungen beziehen sich auf alle nicht-ärztlichen Beschäftigten. Für die 30.000 Caritas-Ärztinnen und Ärzte wurde bereits am 16. Juni 2020 ein Tarifabschluss erzielt

 


Caritas Tarifrunde 2020 - Der Ablauf

16.10.2020 -- erste Verhandlungsrunde

08.10.2020 -- Online-Sitzung der Bundeskommission

10.09.2020 -- Caritas Mitarbeiterseite schließt sich Forderungen von ver.di im Tarifstreit ÖD an