Antrag bei Vollversammlung einstimmig beschlossen

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Die Vollversammlung der Diözesanen Arbeitsgemeinschaft der Mitarbeitervertretungen Rottenburg-Stuttgart hat Bischof Gebhard Fürst einstimmig aufgefordert, den 800 Beschäftigten der tarifflüchtigen „Liebenau - Leben im Alter (LILA)“ der Stiftung Liebenau die Kirchensteuer zu erlassen. Damit soll teilweise kompensiert werden, dass die Beschäftigten der LILA mit Zustimmung des Bischofs dauerhaft unterhalb des Tarifniveaus der AVR Caritas vergütet werden.

Es gibt Untersuchungen, laut denen jeder zweite LILA-Beschäftigte nach einem langen Arbeitsleben von Altersarmut betroffen sein wird und Sozialhilfe im Alter beantragen muss.

Der DIAG-Vorstand befürchtet einen Schneeballeffekt, dass andere Einrichtungen in der Diözese nachziehen und die Beschäftigten mittelfristig schlechter gestellt werden. Und das in einer Zeit, in welcher man überall von einer Aufwertung der sozialen- und Pflegeberufe spricht und Fachkräfte händeringend gesucht werden.

Darüber hinaus soll es den Betroffenen ermöglicht werden, einen Beitrag für die Mitgliedschaft bei zuständigen Gewerkschaften zu erleichtern, damit sie zukünftig ihre Interessen vertreten sehen können. Ohne einen höheren Gewerkschaftlichen Organisationsgrad (derzeit unter 2 Prozent) wird es schwer sein, in Verhandlungen zu einem Tarifvertrag einzutreten.

„Man sieht zusehends den sogenannten Dritten Weg als Sonderweg der katholischen Kirche bei Tarifverhandlungen gefährdet, wenn das Beispiel Liebenau jetzt Schule macht.“ Thomas Schwendele von Seiten der Arbeitsrechtlichen Kommission auf Bundesebene sieht den Ruf der Kirche schwinden, wenn man nur noch marktwirtschaftliche Grundsätze bei Unternehmensentscheidungen zugrunde legt. Auf der Versammlung wurde deutlich, dass die Mitarbeiterinnen bei diesem Thema sicher einen langen Atem haben werden.

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Torsten Böhmer
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