Mitarbeiterseite Arbeitsrechtliche Kommission
Deutscher Caritasverband

Keine Bewegung in 1. Verhandlungsrunde!

Am 19. April 2018 hat in Köln die 1. Sitzung der Verhandlungsgruppe in der Caritas Tarifrunde 2018 stattgefunden. Die Vertreter der Mitarbeiterseite und der Dienstgeberseite haben ihre Positionen dargelegt; zu einem Ergebnis kam es dabei nicht. Die 2. Runde findet am 18. Mai in Fulda statt.

Die Mitarbeiterseite der Arbeitsrechtlichen Kommission (ak.mas) des Deutschen Caritasverbandes verfolgt mit ihren Tarifforderungen das Ziel, mehr für die Anerkennung und Attraktivität sozialer Arbeit, insbesondere der Pflege, zu tun.

Mit der Forderung nach einer Gehaltssteigerung um sechs Prozent orientiert sich die Mitarbeiterseite der Caritas an der Forderung von ver.di im Öffentlichen Dienst. Darüber hinaus will die ak.mas in dieser Tarifrunde weitere Punkte durchsetzen: die Anhebung der vor Jahren in der Caritas abgesenkten Entgelte für Pflegehilfskräfte auf das Niveau des TVöD sowie den Verzicht auf sachgrundlose Befristung von Arbeitsverträgen.

Die tariflichen Forderungen im Einzelnen:

  1. Erhöhung der Vergütungswerte um 6 Prozent, mindestens jedoch der monatlichen Tabellenentgelte um 200 Euro (mit Wirkung zum 01.03.2018 und Befristung der mittleren Werte bis 28.02.2019),
  2. Erhöhung der Ausbildungsvergütung um 100 Euro,
  3. verbesserte Eingruppierung von Pflegehilfskräften (P4 wird zu P5),
  4. Verzicht auf sachgrundlose Befristungen von Arbeitsverträgen,
  5. Angleichung der Bemessungssätze für die Jahressonderzahlung und Weihnachtszuwendung im Tarifgebiet Ost an das Niveau West (für alle Beschäftigten),
  6. Dauer des Zusatzurlaubs für Wechselschicht- und Schichtarbeit wird unter Aufhebung der Höchstgrenze um 50 Prozent angehoben,
  7. Pausen als Arbeitszeit bei Wechselschichtarbeit (für alle Mitarbeiter),
  8. Anhebung des Nachtarbeits- und des Samstagszuschlags in Anlage 6a zu den AVR auf 20 Prozent (bisher 1,56 Euro bzw. 0,78 Euro pro Stunde) – gilt in Anlagen 31, 32 und 33 zu den AVR schon seit deren Einführung im Jahr 2011,
  9. Verlängerung der Regelungen zur Altersteilzeit bis 2023 (Anlage 17a zu den AVR),
  10. Kostenübernahme bei Ausbildungsfahrten, Familienheimfahrten und Lernmitteln auch für Praktikanten (Anlage 7 Abschnitt D) sowie sonstige Auszubildende (Anlage 7 Abschnitt E)

In der ersten Verhandlungsrunde am 15. März haben die Vertreter der Dienstgeberseite kein eigenes Angebot vorgelegt. Nach einem grundsätzlichen Positionsaustausch beschlossen beide Seiten die Einsetzung einer sechsköpfigen Verhandlungsgruppe. Diese soll bis zur nächsten Sitzung der Bundeskommission am 14. Juni in Fulda eine beschlussfähige Lösung vorbereiten.

Rolf Cleophas, Pressesprecher der ak.mas:

„Die Herausforderungen sind allen bekannt: wir brauchen dringend mehr Menschen, die sich für soziale Arbeit oder für den Pflegeberuf begeistern. Das geht nur mit anständiger Bezahlung! Die Caritas als Deutschlands größter Wohlfahrtsverband hat die Möglichkeit und Verpflichtung zugleich, hier einen guten Schritt voranzukommen.“

Die Dienstgeberseite hat die Forderungen bereits in einer Pressemitteilung am 5. März zurückgewiesen. Neben der pauschalen Ablehnung der Tarifforderung ist deren Position jedoch unklar geblieben. Sie wollen laut eigener Aussage das Caritas-Tarifrecht „einen Schritt in Richtung Zukunft führen“ und verweisen im Übrigen auf den Wettbewerb.

Rolf Cleophas, Pressesprecher der ak.mas

„Ein Wettbewerb um die niedrigsten Löhne geht immer zulasten der Beschäftigten und auch zulasten der Menschen, die unserer Pflege und Hilfe bedürfen. Tariflöhne müssen finanziert werden und nur starke Flächentarife sind sozial, gerecht und schaffen einen fairen Wettbewerb.“

 

Weitere Schritte in der Tarifrunde 2018 der Caritas

  • 3. Runde der Verhandlungsgruppe 4. Juni, Fulda (noch offen!)
  • Sitzung der Bundeskommission 14. Juni, Fulda