Mitarbeiterseite Arbeitsrechtliche Kommission
Deutscher Caritasverband
Bild oben v.l.n.r.: Thomas Rühl (Caritas ak.mas), Sylvia Bühler (ver.di Bundesvorstand), Björn Böhning (StS BMAS), Prälat. Prof. Dr. Peter Neher (Präsident Deutscher Caritasverband)

Die Mitarbeiterseite der Arbeitsrechtlichen Kommission des Deutschen Caritasverbandes (ak.mas) hat ihren Parlamentarischen Abend vom 19. Februar 2019 unter das Motto "Gepflegt in die Zukunft – Pflegearbeit solide finanzieren!" gestellt.

Insbesondere das Thema Altenpflege hat seit Jahren hohe und weiter steigende gesellschaftliche Brisanz. Die Politik ist auf diesem Feld aktiv, aber es bleibt noch viel zu tun: eine bessere tarifliche Entlohnung der Beschäftigten und eine bedarfsgerechte Personalausstattung gibt es nur mit einer Pflegevollkostenversicherung!

Für ihre Position hat die ak.mas auf ihrem Parlamentarischen Abend von Vertretern aus Politik, Ministerien, Verbänden und Gewerkschaften allgemeine Zustimmung erhalten. Das Interesse war auch in diesem Jahr sehr groß – ein Beleg dafür, dass die Akteure in Politik und Gesellschaft die Herausforderung erkennen und annehmen.

Thomas Rühl, Sprecher der Mitarbeiterseite, machte gleich zu Beginn deutlich, dass der erhebliche Personalbedarf in der Altenpflege nur gedeckt werden könne, wenn junge Menschen von diesem Beruf nicht abgeschreckt würden. Bessere Bedingungen sind zu schaffen: durch höhere Gehälter und einen allgemeinverbindlichen Tarifvertrag für die Altenpflege, durch bundeseinheitliche Personalbemessung und durch eine solide Refinanzierung von Tariflöhnen. Thomas Rühl forderte die Politik auf, klare Aussagen darüber zu machen, wie die Pflegeversicherung zu einer beitragsfinanzierten Pflegevollkostenversicherung weiterentwickelt werden kann.

Dr. Peter Neher, Präsident des Deutschen Caritasverbandes, sieht in der Finanzierung der Pflegearbeit und im Überwinden des Fachkräftemangels die zentralen Herausforderungen, vor denen die Gesellschaft und die Politik derzeit stehen. Pflege sei nur dann menschenwürdig, wenn auch die Arbeitsbedingungen der Pflegekräfte, sprich: die Bezahlung, in den Blick genommen werden. Der Deutsche Caritasverband setzt sich für gerechte Entlohnung in der Pflege ein und begrüßt auch das gemeinsame Engagement von Vertretern der Freien Wohlfahrtspflege und der Gewerkschaft ver.di.

Staatssekretär Björn Böhning vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales, erinnerte an den großen Verdienstunterschied zwischen Altenpflege und Krankenhauspflege. Um den künftigen Mehrbedarf an Pflegekräften zu decken, müssten die Arbeitsbedingungen und die Entlohnung in der Altenpflege daher verbessert werden – zwei der wichtigsten Aufgaben der "Konzertierten Aktion Pflege". Eine Einigung auf einen allgemeinverbindlichen Tarif für die Altenpflege ist nach seiner Einschätzung nötig und möglich.

Sylvia Bühler vom Bundesvorstand von ver.di kritisierte, dass viele Sozialunternehmen heute nicht nur ihre Servicebereiche, sondern zunehmend auch Personal aus dem Kerngeschäft outsourcen würden. Die sei ein Trend, der nicht nur die Interessenvertretung erschwere, sondern auch nicht zum beklagten Fachkräftemangel passe. Die aktuellen Probleme der Branche seien insgesamt hausgemancht, so Sylivia Bühler.

Fotos: photothek, Berlin
Copyright: Caritas ak.mas