Mitarbeiterseite Arbeitsrechtliche Kommission
Deutscher Caritasverband

16.10.2020

"Wir dürfen untere Gehaltsgruppen nicht abhängen!"

Am heutigen Freitag hat sich die Verhandlungsgruppe intensiv über die Tarifforderungen der Mitarbeiterseite ausgetauscht. Ein eigenes, schriftliches Angebot hat die Dienstgeberseite in diesem ersten Termin noch nicht vorgelegt.

Die Caritas Mitarbeiterseite fordert neben einer Gehaltssteigerung von 4,8 Prozent einen Sockelbetrag von 150 Euro mehr pro Monat für alle Beschäftigten. Von einer linearen Erhöhung profitieren Bezieher höherer Gehälter wesentlich mehr; ein Sockelbetrag reduziert diesen Effekt. Die Dienstgeberseite reagierte auf diese Forderung erneut zurückhaltend.

Rolf Cleophas: Pressesprecher der Mitarbeiterseite der Caritas:

„Uns liegt am Herzen, dass sich die zur Caritas gehörenden Einrichtungen und Dienste als attraktive Arbeitgeber am Markt behaupten können. Dazu gehört, dass alle Berufsgruppen angemessen und gerecht entlohnt werden – nicht nur die gut qualifizierten Fachkräfte. Wir dürfen die unteren Gehaltsgruppen nicht abhängen. Das Gesundheits- und Sozialwesen wäre ohne Assistenzkräfte nicht leistungsfähig.“

Die Verhandlungen werden am 29. Oktober fortgesetzt.

 


 

08.10.2020

„Dienstgeber müssen jetzt Angebot vorlegen!“

Am Donnerstag hat die Caritas Mitarbeiterseite ihre Tarifforderungen in die Bundeskommission eingebracht. Eine Verhandlungsgruppe aus Dienstgeber- und Mitarbeiterseite soll am 16. Oktober die Arbeit aufnehmen.

Die Dienstgeberseite ist in der Sitzung der Bundeskommission inhaltlich auf keinen Punkt der Tarifforderungen der Mitarbeiterseite eingegangen und hat auch kein eigenes Angebot vorgelegt. Die Verhandlungen werden nun in einer kleinen Verhandlungsgruppe geführt. Erster Verhandlungstermin ist Freitag, der 16. Oktober.

Thomas Rühl, Verhandlungsführer und Sprecher der Caritas Mitarbeiterseite:

„Unsere Forderungen sind auch angesichts der besonderen Belastungen der Beschäftigten durch die Coronapandemie angemessen. Jetzt müssen die Dienstgeber ein Angebot vorlegen. Dann können wir im Interesse der Caritas und der Beschäftigten schnell zu einem Abschluss kommen.“


 

19.09.2020

Mitarbeiterseite der Caritas fordert gerechte Lösung für alle Beschäftigten

Am Donnerstag hat die Mitarbeiterseite der Caritas in einem ersten Austausch mit der Dienstgeberseite ihre Forderungen in der Tarifrunde 2020 bekräftigt.

Die Mitarbeiterseite der Caritas fordert neben einer Gehaltssteigerung von 4,8 Prozent einen Sockelbetrag von 150 Euro mehr pro Monat. Damit soll der wachsende Gehaltsunterschied zwischen den unteren und oberen Gehaltsgruppen etwas verringert werden. Die Vertreter der Dienstgeberseite signalisierten hierzu ihre klare Ablehnung.

Rolf Cleophas; Pressesprecher der Mitarbeiterseite der Caritas:

„Wenn wir nur die Fachkräfte besser entlohnen und die unteren Gehaltsgruppen vernachlässigen, führt das zur Spaltung in der Belegschaft. Das kann sich gerade die Caritas nicht leisten, und das werden wir verhindern. Die Schere bei den Gehältern darf nicht weiter auseinandergehen! Unsere Forderung ist nicht nur gerecht, sondern ist auch ein Beitrag, die Personalnot bei allen Berufsgruppen zu bekämpfen.“

Beide Seiten vereinbarten in der heutigen Videokonferenz zum Auftakt der Tarifrunde, bereits in Kürze in Verhandlungen einzutreten. Die erste Sitzung der Bundeskommission, dem Beschlussgremien für arbeitsrechtliche und tarifliche Regelungen in der Caritas, findet am 8. Oktober ebenfalls per Videokonferenz statt


 

10.09.2020

Schulterschluss von Caritas Mitarbeiterseite und ver.di

Die Mitarbeiterseite der Arbeitsrechtlichen Kommission des Deutschen Caritasverbandes (Caritas ak.mas) schließt sich den Forderungen von ver.di in der laufenden Tarifrunde 2020 an. Das hat die Mitgliederversammlung am Donnerstag, den 10. September, in einer Videokonferenz beschlossen.

Die Mitarbeiterseite der Caritas wird am Donnerstag kommender Woche entsprechende Verhandlungen mit der Dienstgeberseite der Caritas aufnehmen.

Rolf Cleophas, Pressesprecher der Caritas ak.mas:

„Die Caritas hat mit 650.000 Beschäftigten ein großes Gewicht im Gesundheits- und Sozialwesen. Dieses legen wir gemeinsam mit unseren Kolleginnen und Kollegen des Öffentlichen Dienstes in die Waagschale und fordern, die Arbeit, die unsere Gesellschaft zusammenhält, spürbar aufzuwerten.“

Soziale Berufe sind von der Gehaltsentwicklung in anderen Wirtschaftsbereichen abgekoppelt. Die Gehälter sind gemessen an der Bedeutung der Arbeit für unsere Gesellschaft nicht leistungsgerecht. Ebenso herrscht nach wie vor ein großer Personalmangel – nicht nur in der Pflege: Es gibt zu wenig Nachwuchs und allzu oft verlassen Beschäftigte in sozialen und Gesundheitsberufen nach wenigen Jahren ihren Beruf.

Rolf Cleophas:

„Die Erfahrungen aus der Corona-Zeit haben uns vor Augen geführt, wie wichtig und unersetzlich die Arbeit am Menschen ist. Wir werden nicht lockerlassen, bis das alte Versprechen, soziale Berufe aufzuwerten, endlich eingelöst ist. Die Tarifforderung von ver.di und der Caritas Mitarbeiterseite sind hier ein erster wichtiger Schritt."

 


Die Forderungen im Einzelnen

  1. Erhöhung der Tabellenentgelte um 4,8 Prozent, mindestens aber um 150 Euro monatlich
  2. Anhebung der Vergütung von Pflegehilfskräften auf das Niveau des TVöD
  3. Erhöhung der Entgelte der Auszubildenden, Studierenden und Praktikant/innen um 100 Euro monatlich
  4. Laufzeit zwölf Monate
  5. Tarifierung der Ausbildungsbedingungen der Studierenden in den bislang nicht tariflich geregelten praxisintegrierten dualen Studiengängen
  6. Angleichung der wöchentlichen Arbeitszeit zwischen Ost und West
  7. Entlastung der Beschäftigten insbesondere durch zusätzliche freie Tage
  8. Verlängerung und Verbesserung der Regelungen zur Altersteilzeitarbeit
  9. Anrechnung von Pausen als Arbeitszeit bei Wechselschicht und Zuschlag bei Samstagsarbeit
  10. Für alle Auszubildenden, Studierenden und Praktikant/innen: Regelung zur Übernahme der Auszubildenden und Übernahme der Fahrtkosten in Höhe des monatlichen ÖPNV-Tickets

Die Forderungen beziehen sich auf alle nicht-ärztlichen Beschäftigten. Für die 30.000 Caritas-Ärztinnen und Ärzte wurde bereits am 16. Juni 2020 ein Tarifabschluss erzielt

 


Caritas Tarifrunde 2020 - Der Ablauf

29.10.2020 -- zweite Verhandlungsrunde

16.10.2020 -- erste Verhandlungsrunde

08.10.2020 -- Online-Sitzung der Bundeskommission

10.09.2020 -- Caritas Mitarbeiterseite schließt sich Forderungen von ver.di im Tarifstreit ÖD an